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09 August 2007

Über allem strahlt die Stimme

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Über allem strahlt die Stimme

Münster. Jedem ersten Mal wohnt ein besonderer Zauber inne. Nicht alles ist vorhersagbar. Wird es sich alles entwickeln wie erhofft? Ein Hauch von prickelnder Vorfreude war Stephanie K. anzumerken. Denn die Jazzsängerin präsentierte am Sonntag erstmals einem Konzertpublikum die Songs ihrer neuen CD „Subterranean dreams“ – zum Auftakt der fünfteiligen Reihe „Jazz & Weltmusik“ in der Friedenskapelle.

Auf ihrer CD hat Stephanie K. neben Eigenkompositionen berühmte Jazz-Standards neu interpretiert und auch Pop-Melodien anverwandelt. Aufgenommen worden sind Stücke gemeinsam mit amerikanischen Spitzenmusikern in New York. Dies ist zugleich die Heimat der Sängerin, die seit zwölf Jahren in Münster lebt. Mit Witz und Charme führte sie durch das Programm ihrer Konzertpremiere, für das sie diesmal Hochkaräter der deutschen Jazz-Szene um sich scharte: Martin Sasse am Flügel und Rhodes-Piano, Jürgen Knautz am Bass, Sebastian Netta am Schlagzeug und Wolfgang Bleibel an Saxofon und Bassklarinette.

Mit traumwandlerischer Sicherheit, Hingabe und Spielwitz zelebrierten die Musiker gemeinsam die insgesamt 15 Stücke von „Subterranean dreams“, die durch die Frische der Arrangements bestachen, durch fein austarierte Spannungsbögen und ein ausgewogenes Verhältnis von kompakten, song-orientierten Passagen und fließenden, virtuosen Improvisationen. Traumschöne Jazzballaden trafen auf federnde Bossa-Nova-Klänge oder einen Hauch von Samba. Zuweilen mischten sich sogar Rock-Anklänge ins Klangbild, wie in der Neu-Interpretation des Paul Simon-Klassikers „Fifty ways to leave your lover“, das elegant zwischen zartem Schmelz und leidenschaftlichem Drive changierte.

Brillant auf einander eingespielt, ließen die Musiker einander wechselseitig viel Raum zur Entfaltung und behielten zugleich auch die Stücke selbst im Auge. Sebastian Netta wob raffinierte Groove-Teppiche – mal mit behutsamen Besenstrichen, mal energisch zupackend, zuweilen gar nur mit den Fingern. Jürgen Knautz ergänzte die vielschichtigen Rhythmen durch sein punktgenaues und melodisches Bass-Spiel.

Martin Sasse imponierte am Flügel mit kristallklarem Klang, geschmackvoller Harmonik, oft zurückgenommen, gerade in Soli dann druckvoll, mit perlenden Läufen und eng verflochtenen Linien.

Wolfgang Bleibel bezauberte an Saxofon und Bassklarinette mit seinem weichen, ausdrucksvollen Ton, fließenden Linien und der Vielfalt an Klangschattierungen, die er seinen Instrumenten entlockte. Über allem strahlte indes die Stimme von Stephanie K.. Sie hauchte, flüsterte, ließ ihr dunkles, samtenes Timbre sanft schwellen, Melodiebögen geschmeidig gleiten. Das Publikum feierte die Solisten und die Stücke mit brausendem Applaus und honorierte dieses äußerst gelungene „erste Mal“.

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